Bau sucht Nachwuchs und knausert beim Geld

Bau-Boom, aber „Azubi-Ebbe“: Die Bauunternehmen im Landkreis Gießen suchen Nachwuchs – und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft. 87 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Nachwuchs
Bauhammer für Azubis (Foto: IG Bau Mittelhessen)

„Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis Gießen sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden“, sagt Doris Hammes.

Nachwuchs auf dem Bau

Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen übt massive Kritik: „Bauarbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an. Und das hört da auf, wo jungen Menschen die Perspektive von einer modernen Job-Zukunft auf der Baustelle gegeben werden muss.“ Im Moment prallten „der Kampf um die besten Köpfe auf eine ‚Betonkopf-Geiz-Mentalität‘ der Bauarbeitgeber“.

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Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Bau-Tarifverhandlungen, bei der die IG BAU ein Lohn-Plus von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert hat. Ebenso ein 13. Monatseinkommen für alle Bauarbeiter. „Für die Zukunft ist auch wichtig, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen. Ebenso, dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass der Ausbildungsbetrieb die Fahrten zur Berufsschule bezahlt. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten“, fordert Doris Hammes.

Nachwuchs negativ – trotz voller Auftragsbücher

„Wir haben einen Bau-Boom. Und die Betriebe im Landkreis Gießen haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen, um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt“, sagt Hammes.

Jetzt werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. Schaffe Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement es als Schlichter dabei nicht, die Bauarbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. Davon wäre dann auch der Kreis Gießen massiv betroffen: „Wir bereiten uns auf alles vor. Auch darauf, das Bauleben lahmzulegen. Vor allem setzen wir aber darauf, dass die Arbeitgeber eine Schlichtung als Chance begreifen“, sagt IG BAU-Bezirkschefin Doris Hammes.

Pressetext

Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Mittelhessen
Mitgliederbüro Gießen
Walltorstraße 17
35390 Gießen

Der Kaiser kommt – große Weltpolitik in der Wetterau

Themenführung

Samstag, 19.05.2018, 17:00 – 18:30 Uhr
Heute ist Münzenberg ein wunderschönes kleines Dorf, das vor allem interessant für Touristen aus der nahen und weiteren Umgebung ist. Kaum zu glauben, dass es vor 800 Jahren anders war: Die Burg Münzenberg war im Mittelalter ein Ort, an dem die Großen des Reiches zu Gast waren. Welche Reichspolitik verfolgte das hochmittelalterliche Kaisergeschlecht der Staufer und welche Bedeutung kam dabei der Burg und den Herren von Münzenberg zu? Im Rahmen der Themenführung durch die beeindruckenden Mauern der Stauferburg, werden Sie Antworten auf diese Fragen erhalten.

Preis: 7,00 € pro Erwachsener, 5,00 € pro Kind
Treffpunkt: Bänke hinter der Kasse
Anmeldung erbeten unter Tel.: 06172/9262162 oder
museumspaedagogik@schloesser.hessen.de

Blick auf die Ruine der Burg Münzenberg (Foto: Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen)


Von Klosterärzten, Badern und Quacksalbern – Medizin im Mittelalter

Themenführung
Pfingstmontag, 21.05.2018, 16:00 – 17:30 Uhr
Medizin war im Mittelalter vor allem Aufgabe der Klosterbrüder und -schwestern. In Klöstern wurden Heilkräuter angebaut und bedeutende Bücher zum Thema geschrieben. Die Betreiber der Badestuben in den Städten waren die „Ärzte der kleinen Leute“ und Quacksalber und Zahnreißer boten auf den Märkten manch zweifelhaften Dienst an. Zwischen Forschung und Aberglaube, großen Chirurgen und tödlichen Schindluder wurde dem Kranken viel zugemutet. Apotheker mischten ihre Medikamente aus Zutaten, die wohl schon damals so manch einem Patienten den Magen umdrehten und vielen Krankheiten, wie der Pest, waren die Menschen hilflos ausgeliefert. Wer die Heilkunst des Mittelalters kennt, weiß die Errungenschaften der modernen Medizin erst wirklich zu schätzen.

Preis: 7,00 € pro Erwachsener, 5,00 € pro Kind
Treffpunkt: Bänke hinter der Kasse
Anmeldung erbeten unter Tel.: 06172/9262162 oder
museumspaedagogik@schloesser.hessen.de

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