Naturschutz – Brauchen Igel Hilfe beim Überwintern?

Landkreis Gießen – Im Herbst gehen die Igel tagsüber vermehrt auf Nahrungssuche. Wer einen Igel sieht, fragt sich, ob und wie er dem Tier helfen kann.

„Viele wollen helfen und nehmen Igel ohne Notwendigkeit in Pflege“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete und Naturschutz-Dezernentin Dr. Christiane Schmahl. „Für gesunde Tiere ist es kein Problem im Freien zu überwintern. Hilfe brauchen kranke und verletzte oder schwache Tiere“.

Landkreis Gießen
Bevor Sie einen Igel in Pflege nehmen, prüfen Sie bitte, ob es sich um ein verletztes Tier handelt. Foto: Beatrix Mattonet

Erwachsene Igel beginnen ihren Winterschlaf Ende Oktober, Jungtiere im November. In den Wochen davor fressen sich die Tiere ein ausreichendes Fettpolster an, um den Winter zu überstehen. Teilweise sind die Igel auch tagsüber auf Nahrungssuche. Erst wenn der Winter mit Frost beziehungsweise Schnee anbricht und dann noch ein Igel herumläuft, braucht er wahrscheinlich Hilfe. Bis dahin gilt: Nur beobachten. Allenfalls magere Igel zufüttern. Dabei ist zu beachten, dass Igel keine Vegetarier sind.

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Speisereste, Nüsse, Gemüse, Obst und Milch sind als Igelfutter ungeeignet. Füttern Sie Katzen- oder Hundedosenfutter, kurz angebratenes Hackfleisch oder ungewürztes Rührei und zum Trinken ein Schüsselchen Wasser.

Tipps für die Igel-Pflege

Suchen Sie mit verletzten oder hilfsbedürftigen Fund-Tieren einen Tierarzt auf. Oder fragen Sie bei Tierheimen, Tierschutzverbänden und Naturschutz-Verbänden wie dem NABU oder Pro Igel nach. Sie vermitteln Pflegestellen, wenn der Finder die Igel-Pflege nicht übernimmt.

Wichtig ist jetzt im Herbst bei der Gartenarbeit darauf zu achten, keine Igelnester zu zerstören. Etwa durch das Entfernen von Laub- oder Reisighaufen. „Das ganze Jahr über sind naturbelassene Gärten mit heimischen Pflanzen, Sträuchern und nicht gemähten Rasenflächen igelfreundlich“, erläutert Christiane Schmahl. „Sie bieten den Tieren Lebensräume und Nahrung.“

 

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