„Cyberattacken sind Angriffe auf Wissen und Wohlstand“

Innenminister Peter Beuth ruft Unternehmen auf, Datenklau zu melden

Staatsminister Peter Beuth © HMdIS

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Wiesbaden/Frankfurt. Innenminister Peter Beuth hat anlässlich einer Veranstaltung der Frankfurter Industrie- und Handelskammer sowie des Hessischen Landesamts für Verfassungsschutz zum Thema Wirtschaftsspionage Unternehmen aufgerufen, Cyberangriffe verstärkt zu melden. „Datenklau und Cyberattacken sind Angriffe auf unser Wissen und unseren Wohlstand, die wir konsequent bekämpfen müssen. Dabei sind wir auf die Mitarbeit der hessischen Wirtschaft angewiesen, um Straftäter im virtuellen Raum effektiv zu verfolgen“, betonte der Minister. Gerade in der Rhein-Main-Region mit ihrer hohen Dichte an kritischen Infrastrukturen – vom europäischen Finanzplatz bis zu einem der weltgrößten Internetknoten – sei ein hoher Schutzbedarf gegeben.

„Für den innovativen hessischen Wirtschaftsstandort sind virtuelle Bedrohungen real. Deshalb müssen höchste Sicherheitsstandards an die eigene IT-Infrastruktur angelegt werden. Das Land Hessen unterstützt Unternehmen bewusst mit seinen Experten“, so Beuth. Dazu gehöre die Einrichtung einer Cybercrime-Abteilung beim Landeskriminalamt, von Fachkommissariaten bei den Polizeipräsidien ebenso wie die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Cybersicherheit im Innenministerium und die Stärkung des Bereichs „Wirtschaftsschutz“ im Landesamt für Verfassungsschutz. Das Computer-Emergency Response Team der Landesverwaltung (CERT-Hessen) bietet dem Land, Unternehmen und Kommunen Frühwarnung und Unterstützung zum Schutz vor Cyberangriffen an. „Die Innere Sicherheit muss auch im Cyberraum Bestand haben“, unterstrich Beuth.

Die Agenda „Cybersicherheit@Hessen“ umfasst die operative Sicherheit der Landes-IT. Hessen betreibt ein Datennetz mit mehr als 60.000 angeschlossenen PCs. „Für die Sicherheit dieses Netzwerkes haben wir eine solide organisatorische und technische Grundlage geschaffen, mit zentralen Strukturen und Prozessen für IT-Sicherheitsbeauftragte, einem IT-Krisenmanagement, einem täglichen IT-Sicherheitslagebild sowie einem Warn- und Alarmierungsservice im Rahmen unseres Landes-CERT“, erklärte der Minister.

Laut einer Schätzung des renommierten Washingtoner CICS (Center for Strategic and International Studies) belaufen sich alleine in Deutschland die jährlichen Verluste durch Cyber-Kriminalität auf 43 Milliarden Euro. Deutschland ist dabei im Vergleich zu anderen Staaten aufgrund seiner florierenden Wirtschaft überproportional betroffen. Zudem wächst die Zahl der Cyber-Attacken laut CSIS weltweit pro Jahr um 20 Prozent.

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