Leben ohne Drogen - Arbeit ohne Drogen

LEBEN ist wertvoll OHNE mich geht nichts DROGEN sind nicht sexy ARBEIT gibt mir Zukunft
Zurück in die Zukunft durch Job In
Ehemalig Suchtmittelabhängige werden vom Projekt „Job In“ dabei unterstützt, wieder einen (Arbeits-) Platz im gesellschaftlichen Leben zu finden. Der aktuelle Kurs beim Marburger Bildungs- und Sozialträger Arbeit und Bildung e.V. hat sechs Teilnehmer aus Hessen im Alter von 30 bis 55 Jahren, mit Hauptschul- oder Realschul-Abschlüssen. Die gelernten Berufe reichen von Industriemechaniker, Fleischer, Maler und Lackierer bis hin zu Altenpfleger. Langjährige überzeugte Förderer dieser berufspraktischen Weiterbildung und beruflicher und sozialer Re-Integration mittels arbeitsmarkt-orientierter Projekte und Prozesse sind das KreisJobCenter Marburg Biedenkopf und der Europäische Sozialfonds.
„Job In hilft beispielsweise durch selbst ausgesuchte Praktika und gemeinsamen Projektwochen den Teilnehmern, ihren Weg ins zukünftige normale Leben zurückzufinden“, beleuchtet die langjährige Projektleiterin Diplompädagogin Ute Holzgrewe einige Facetten des ganzheitlichen Kurses. Für die Selbstfindung gäbe es ebenso Unterstützung wie für die arbeitmarkt-orientierten Module.
„Ich musste mich absolut klar entscheiden zwischen einem Leben mit Drogen und sicherlich keiner Arbeit oder einem Leben ohne Drogen und dafür mit einer Arbeit. Beides geht nicht“, bringt es eine Teilnehmerin mit einer festen Stimme, die keinen Widerspruch duldet, auf den Punkt.
Auf die Frage, was denn bei ihnen besonders nachhaltig gewirkt habe, antworteten die Teilnehmer unisono: Kochkurs „Gesundes Kochen mit wenig Geld“ und die Kunstwoche. „Unglaublich, ich kann jetzt wirklich schmackhaft kochen, ausschließlich mit frischen Produkten und sogar international. Trotz meiner knappen Kasse“, freut sich ein stolzer Teilnehmer. Der Renner sei eine französische Karottensuppe mit Reis gewesen…. „Potage Crécy“, raunt er noch geheimnisvoll. Die Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit für die Umwelt können auf diese Weise bewusster erfahren werden, so Holzgrewe.
Kochen verbindet die Gruppe, ähnlich wie die Woche „Kunst und Kultur“. Hier konnten Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich mit den verschiedensten künstlerischen Techniken vertraut machen und für die Gestaltung von Themen umsetzen. Malen, schnitzen, Collagen erstellen oder bildhauen, was ihnen als geeignet erschien, um die eigenen Ideen umzusetzen. Die Themen kreisten um: „rausholen aus Drogen“, „solidarisch sein“, „Schutz durch die Gruppe“, eindrucksvoll dokumentiert durch die jeweiligen Werke. Sehr überzeugend wirkt die gemeinsame Kunstaktion der Gruppe im öffentlichen Raum „ Leben ohne Drogen - Arbeit ohne Drogen“. Sie zeigt das gewachsene Gemeinschaftsgefühl und soll Suchtabhängigen den „richtigen Weg zeigen“, erläutert die Gruppe. Eine kleine Ausstellung wird dies bald der Öffentlichkeit zeigen.
Die Praktika zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt fanden unter anderem statt in Altenheimen, Computer-Firmen oder der Marburger Tafel. Soziales Engagement und Geld verdienen passen zu einander, sind kein Widerspruch, habe er gelernt, so ein anderer Teilnehmer.
Job In ist ein von Ute Holzgrewe geleitetes, sehr erfolgreiches Qualifizierungsprojekt, das Suchtmittelabhängigen wieder Brücken zum Arbeitsmarkt baut. Gefördert von Europäischem Sozialfonds und KreisJobCenter, motiviert Job In dazu, die Sucht in den Griff zu bekommen, einen normalen Arbeitsplatz anzustreben und sich wieder mit der Gesellschaft zu verweben. Enge Zusammenarbeit gibt es mit den Suchtberatungsstellen Blaues Kreuz und Diakonisches Werk, mit den Übergangseinrichtungen Ullmanns Hof und Teichwiese.
Informationen über Projekt „Job In“ bei Ute Holzgrewe, 06421-96360, holzgrewe@arbeit-und-bildung.de, www.arbeit-und-bildung.de/arbeitsfelder/erwachsene/job-in
Foto: privat



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