Viel Wille, viel Erfolg

Arbeitssuchend? …es gibt immer eine Lösung dank BPW

Leiterin Brigitte Knieß (re.) gibt den 4 „Arbeitgebern“ letzte Tipps, wie sie gleich gegenüber den „Bewerbern“ im Rollenspiel 'Arbeitgeber prüft Bewerber' auftreten könnten.

Leiterin Brigitte Knieß (re.) gibt den 4 „Arbeitgebern“ letzte Tipps, wie sie gleich gegenüber den „Bewerbern“ im Rollenspiel 'Arbeitgeber prüft Bewerber' auftreten könnten.

Nach einigen Monaten der Arbeitslosigkeit wird der berufliche Wiedereinstieg für Arbeitssuchende zusehends schwerer. Noch mehr gilt dies aber für Menschen mit einer Behinderung. Der Weg zum Ersten Arbeitsmarkt wird versperrt durch veraltete oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzbare Berufskenntnisse, wachsende Enttäuschung aufgrund von Absagen oder einer falschen Selbsteinschätzung. Genau hier setzt der Marburger Kurs Berufspraktische Weiterbildung (BPW) des Integrationsfachdienstes IFD an. Sehr erfolgreich, wie die hohe Vermittlungsrate von 70 Prozent des gerade abschließenden Kurses zeigt.
Die Teilnehmer/innen sind zwischen 29 und 59 Jahre, waren bspw. Paketdienst-Fahrer, in der Verwaltung einer politischen Organisation, oder in der medizinischen Dienstleistung tätig. Die Vorbildung reicht von der Hauptschule bis zur Promotion, der Behinderungsgrad lag zwischen 30 bis 100 Prozent.
Der IFD, eine Abteilung von Arbeit und Bildung e.V., bringt im Auftrag der Agentur für Arbeit Marburg die jeweiligen Kenntnisse auf den neuesten Stand, stellt individuelle Fähigkeiten sowohl durch Tests als auch durch drei individuell zugeschnittene Praktika auf dem Ersten Arbeitsmarkt fest. Lohnkosten Zuschüsse der Agentur haben die angebahnten Vermittlungen gefördert und ermöglicht.
„Das oberste Ziel ist die berufliche Orientierung und Integration in den Arbeitsmarkt. Stabilisieren, aktivieren, neue Wege suchen, ist unser Leitbild. Die enge Verzahnung von Schulung, sozialpädagogischer Betreuung, Hilfe bei der Stellensuche und abgestuften betrieblichen Erprobungen stärkt die eigenen Kompetenzen und führt schrittweise in ein Arbeits- oder Qualifizierungsverhältnis“, skizzieren die Kursleiterinnen Brigitte Knieß, Caro Schenk und Jutta Alberti die Maßnahme. Dabei würde natürlich passgenau auf die unterschiedlichen Schwierigkeiten und gesundheitlichen Einschränkungen von jüngeren und älteren Arbeitssuchenden, Frauen oder Männern eingegangen.
Zu den lebensnahen Kursthemen gehören bspw. Arbeitssicherheit, Arbeitsrecht, Farb-und-Stilberatung oder Besuch der „Experiminta“ in Frankfurt.

'Frankfurt ist wie Marburg, nur weiter entfernt' (Teilnehmer)

'Frankfurt ist wie Marburg, nur weiter entfernt' (Teilnehmer)

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können jetzt sogar die eigene (Bewerbungs-) Homepage erstellen. Die Praktika erfolgten u.a. in einer Psychosomatischen Klinik, der Universitätsbibliothek, im Hessischen Schulamt, in der Vitos Klinik, in einem Schul-Sekretariat und bei der Friedhofsverwaltung.
„Wir konnten hier wirklich unsere individuellen Stärken und Kompetenzen mit den Anforderungen des heutigen Arbeitsmarktes abgleichen. Ob gezieltes Bewerbungstraining oder Stilberatung für Bewerbungsgespräche, das alles zusammen hat mir zu meinem neuen Job verholfen“, betont ein erfolgreich vermittelter Arbeitssuchender, der sich auf seinen Arbeitsplatz in einem Motorrad-Unternehmen freut.
Ein anderer Teilnehmer erläutert: „In jedem Fall sind meine Kenntnisse deutlich erweitert und aufs heutige Anforderungsniveau angehoben worden.“ Und der Vater einer Neunjährigen ergänzt: „Obwohl wirklich bunt zusammengewürfelt, entstand unter uns schnell ein echter Teamgeist. Jeder hilft jedem.“
Die BPW organisiert und begleitet das zielorientierte Wechselspiel von Probehandeln, Selbst- und Fremdeinschätzung, Qualifizierung in Betrieben und praktischer Bewährung. 15 Teilnehmer aus dem Landkreis konnten gefördert werden. 5 Personen konnten in Arbeit vermittelt werden, bspw. als Zweirad-Mechaniker. Andere in Produktionsmitarbeit, Verwaltung, Schulamt, Universitätsbibliothek oder Servicemitarbeit.
Es wird angestrebt, demnächst weitere BPW-Kurse durchzuführen.
Informationen: www.ifd-marburg.de
Fotos: vrs

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