Können Baumpatenschaften für Laubachs Schlosspark Probleme lösen oder abmildern?
Auf der Suche nach geeigneten Pflegekonzepten
Laubach (8. September 2009, pm) - Bei einem gemeinsamen Ortstermin im Laubacher Schlosspark erörterten Bürgermeister Peter Klug, der städtische Gärtnermeister Stefan Lochmann, Hans-Peter Wahlen vom Bauamt, der Fachmann des Grafenhauses Wolfgang Rössler mit Trautel Wellenkötter und Nadja Merl-Stefan Fragen zur Pflege und Entwicklung des Schlossparks.
Beim Ortstermin in „Laubachs Wohnzimmer“ – dem wunderschönen Schlosspark: (V.l.) Laubachs Bürgermeister Peter Klug, Hans-Peter Wahlen (Bauamt), Stefan Lochmann (städt. Gärtnermeister), Wolfgang Rössler (Förster Schloss Laubach), Trautel Wellenkötter und Nadja Merl-Stefan.
Merl-Stefan und Wellenkötter hatten beim Bürgermeister angefragt, ob weitere Bäume im Schlosspark zur Fällung vorgesehen sind, da einige mit farblich markierten Punkten versehen sind. Die beiden wurden daher kurzfristig zu dem Termin eingeladen, indem sich Klug über den Schlosspark informieren wollte. Thema war unter anderem die Fällung von Bäumen in der Vergangenheit worauf der städtische Gärtnermeister entgegnete, dass dies stets nur als letztes Mittel in Frage kam und stets sehr gut abgewogen worden sei. „Niemand fällt leichtfertig Bäume im Schlosspark, zumal das erhebliche Kosten nach sich zieht. Die Fällung eines Baumes wird nur dann notwendig, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist“. Die allerdings ist Pflicht für die Stadt und den städtischen Gärtnermeister, der dafür haftet.
Hierzu sei angeführt, dass alle Bäume in öffentlichen Bereichen, für die eine Verkehrssicherungspflicht besteht, erfasst und in einem sogenannten Baumkataster aufgenommen und der jeweilige Zustand nach Baumkontrollen dokumentiert wird.
Dabei sind für die Verkehrssicherheit im Park aber lange nicht alle Bereiche und Bäume relevant. Nur wenn die Bäume auf die Wege durch den Park fallen könnten, müssen sie stetig auf ihre Standfestigkeit überprüft werden.
Wenn dann allerdings festgestellt werde, dass Bäume durch Pilzbefall, der die Substanz des Baumes zerstört, nicht mehr standsicher sind, müssen sie konsequenterweise gefällt werden, so Lochmann und verweist auf das Jahr 2005, als ein großer Baum während des Bluesfestivals durch einen Sturm umgeworfen wurde und es nur durch Glück nicht zu Personenschäden kam.
Dass die Einschätzung der Gefährdung nur durch einen Fachmann erfolgen kann, sollte selbstverständlich sein. Oft ist die Schädigung für den Laien oder bei nur oberflächlicher Betrachtung nicht erkennbar – und die Empörung umso größer, dass hier ein scheinbar gesunder Baum gefällt werde.
Beim Rundgang durch den Park wurden alle Bereiche genau untersucht und ein reger Austausch über potenzielle Maßnahmen erfolgte zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Ortstermins. Dass sich die Argumente zwischen den Polen idealtypischer Erhalt des Ursprungskonzepts als englischer Landschaftspark einerseits und der gesetzlichen Pflicht zum Aufrechterhalten der Verkehrssicherheit andererseits bewegen würden, war schon vorher klar. Gemeinsam aber schaffte der Austausch der verschiedenen Argumente ein verstärktes Verständnis für die Beweggründe der jeweils anderen Seite. „Ich bin sehr froh, dass wir uns hier getroffen haben und Argumente austauschen konnten. Schließlich haben wir die Hoffnung, dass wenn hier gemeinsam diskutiert wird, sich auch auf Seiten der besorgten Bürgerschaft mehr Einfühlungsvermögen bildet und vielleicht in Zukunft eine öffentliche Diskussion zu mehr Klarheit führt“ sagte Bürgermeister Peter Klug. Ebenso wurde kurz darüber gesprochen, für weitere Maßnahmen im Schlosspark ggf. eine Arbeitsgruppe interessierter Bürgerinnen und Bürger und der Verwaltung zu gründen, Das Ziel, einen attraktiven Schlosspark für die Bürgerinnen und Bürger Laubachs, hätten schließlich alle.
Dass aus Sicht der Stadt eine Nutzung des Parks für Veranstaltungen sehr sinnvoll ist, betonte Klug darüber hinaus, schließlich sind erhebliche Mittel zur Pflege und für den Erhalt des Parks nötig. Dass der Park dann auch als Veranstaltungsort genutzt werde, sei nur konsequent. Dass man dabei „Laubachs Wohnzimmer“ nicht über die Maßen strapazieren oder gar zerstören will, sei ebenfalls selbstverständlich. Ebenso war man sich einig, dass im Schlosspark unbedingt in den nächsten Jahren etwas gemacht (Baumpflanzungen) werden müsse, wie das finanziert wird, muss selbstverständlich erst in den städtischen Gremien behandelt werden so Klug, umso interessanter war beim weiteren Rundgang dann der Ideentausch wo das Wort „Baumpate(n)“ kurz angerissen wurde. Wenn es also schon jetzt Laubacherinnen und Laubacher, Vereine, Firmen oder Personen gibt, die sich so etwas vorstellen können und vielleicht alleine oder als Gruppe einen Baum für den Schlosspark spenden möchten – bitte bei der Verwaltung melden.
Schließlich stellte Gärtnermeister Lochmann noch klar, dass die mit einem Farbpunkt markierten Bäume im Park nicht für eine Fällung vorgesehen seien wie viele Bürger vermutet haben, sondern lediglich nur Totholz enthalten was entfernt werden muss.




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