Archiv für die Kategorie „Verkehr“
Muss ein Verkehrsunternehmen nur dort Flagge zeigen, wo das Publikum ist?
Mobilitätszentrale Gießen
Mitglieder des SPD-Arbeitskreises Verkehr im ZOV (Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe) trafen sich kürzlich in Gießen. Die VGO, welche den Busverkehr im Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsbergkreis betreibt ist eine Tochtergesellschaft der OVVG, welche wiederum zu 100% dem ZOV gehört. Über die im Landkreis Gießen geführte Diskussion um die Schließung der Mobilitätszentrale im Neuenweg in Gießen zeigte man sich sehr erstaunt. In allen drei Landkreisen sind solche Mobilitätszentralen dort vorhanden, wo die Verkehre zusammen laufen und der Kundenservice erforderlich ist. Innerhalb der VGO besteht kein Interesse daran, die Anlaufstelle in Gießen im Neuenweg zu schließen.
v.l.n.r: Swen Bastian (Vogelsbergkreis), Karl Heinz Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender VGO u. Vorsitzender Verbandsvorstand ZOV), Kristina Paulenz (Wetteraukreis), Peter Pilger und Horst Nachtigall (Landkreis Gießen)
„Die VGO will auch in der Innenstadt in Gießen präsent und ein qualifizierter Ansprechpartner für ihre Kunden sein,, so Karl Heinz Schneider (Aufsichtsratsvorsitzender der VGO). Die Aufgaben einer solchen Mobilitäts-zentrale sind vielseitig. Es geht um den Verkauf von Fahrkarten, Beratung und Beschwerdemanagement. Es macht keinen Sinn, eine solche Anlaufstelle im Landratsamt einzurichten, da dieses aus der Stadt heraus an den Stadtrand verlagert wurde und dort eine VGO Präsenz ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen kann.
„Ein Verkehrsunternehmen muss dort Flagge zeigen, wo das Publikum ist“, beschreibt Karl Heinz Schneider die Geschäftspolitik der VGO. Dem Wunsch des Landkreises Gießen nach Kosteneinsparung sei die VGO nachgekommen. Die Verwaltungsstelle in der Liebigstraße in Gießen wurde in die Zentrale nach Friedberg verlagert und die Öffnungszeiten der Mobilitätszentrale sind so angepasst worden, dass auch hier Einsparungen erzielt wurden.
Schneider warnte davor, in einer Zeit wo die Finanzierungsmöglichkeiten des Öffentlichen Personennahverkehrs schon schwierig genug sei, durch unangebrachte politische Einflußnahme der Kreiskoalition auf das Unternehmen, Kundenservice abbauen zu wollen,was sicherlich die Einnahmesituation nicht verbessern würde.



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